The great Bertholinis

Die euphorische Melancholie und folkloristische Spielwut des Ostens trifft auf Pop (Nürnberg) Neue Studien der University of Surrey, England legen nahe, dass das Gehirn ein Radiosender und das Bewusste Selbst der Quotenfänger auf der Welle Oberstübchen sein könnte. Obschon diese (hier zugegeben stark verkürzte) These des Professors für Biochemie Johnjoe McFadden einer gewissen „funkyness“ nicht entbehrt, nähern sich die Great Bertholinis dem grössten Rätsel der Neurochemie auf anderer Ebene. Ob die Frage, was einen Klumpen Kohlenstoffverbindungen dazu veranlasst, in den Spiegel zu gaffen, vom Klumpen selbst überhaupt jemals geklärt werden kann, ist ohnehin fraglich. Dass neben harten Drogen aber vor allem das eigene Tun das Selbstbild beeinflusst, bleibt anzunehmen. Für die Gruppe der Pusztaexilanten um Todor und Oszkar Bertholini Grund genug, mit ihrem dritten Album „Gradual Unfolding Of A Conscious Mind – Part 3“ für etwas Bewusstseinserweiterung zu sorgen. The brigth days have come! Mit Mut zur grossen Geste entführen die grossen Bertholinis in ein 45- minütiges Kunterbunt aus Unerhörtem und nie Gehörtem. Knochige Klezmer-Adaptionen Weillscher Prägung über Kontro-Sonor. Ephemere Violin-Moskitos im Wettstreit mit Banjo und Balalaika. Etwas erinnert an Klaus Nomi. Vieles an die Fab Four. Kurze Popfiligrane mischen sich wie Kleinodien zwischen die Metren, halten aus, werden zersprengt in tausend Fragmente. Bläseranomalien zwingen Pet-Sounds-Chöre ins Chaos. Und urplötzlich, wie sich die kunterbunten Facetten eiens heillos verdrehten Zauberwürfels im geübten Hand-umdrehen zu Flächen sortieren, suchen sich die msuikalischen Fragmente und Versatzstücke von Neuem ihre Entsprechungen, morphen zu einem Singspiel von symphonischer Bandbreite. Klangwände, die selbst Altmeister Spector auf seiner Pritsche im Staatsgefängnsi Corcoran (wo er neuerrdings mit Charles Manson „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielt), ein Lächeln abringen dürften. Und aus all dem fabelhaften Übermut steigt unversehens der kleine Popsong, lässt die Zeit für eine kurze Weile im Takt schlagen, bringt das Orchester für die Dauer eines Liedes in Einklang – aber wehe! Der nächste Sturm reisst schon an den Jealousien! Auf ihre unnachahmliche Art versöhnen die grossen Bertholinis die euphorische Melancholie und folkloristische Spielwut des Ostens mit der popmusikalischen Postmorderne. Wir wissen nicht, was Professor Johnjoe McFadden an der Universität von Surrey rät. Wir raten zu „Gradual Unfolding Of A Consious Mind – Part 3“. Denn sollte das menschliche Gehirn tatsächlich ein Radiosender sein, .äuft auf dme Bertholini-Kanal ein Programm, das sich zu hören lohnt!

www.bertholini.de

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