Little you little me

LITTLE YOU LITTLE ME haben ihre Erfahrungen bei schwitzigen Clubshows im industriellen Nebel von Saint John, New Brunswick, gesammelt. Laute Gitarren artikulieren die junge, frische Unzufriedenheit des Quartetts mit dem Status Quo, der Gleichförmigkeit dieser Welt. Seit 2009 kicken sie Menschenmassen in Empfindsamkeit mit bösartigem Fuzz-Pop in der guten Tradition von „Eric’s Trip“ und „Thrush Hermit“, aber mit ihrer eigenen felsigen, küstennahen Begeisterung. Mit dem perfektionistischen Träumer Corey Bonnevie und dem von der Welt erschöpften Postpunk Gavin Downes, Sänger und Gitarrist sowie dem rasenden Michael Milburn an den Drums und Bassist und Sänger Geoff Smith, dessen Haare preisgekrönt sind, haben LYLM das Publikum des Montreal Pop Festivals, der Canada Music Week, der Halifax Pop Explosion und dem Snappyfest sowie den besten Bier-getränkten Spelunken im Osten gefesselt. Die Begeisterung wurde mit ihrem 2014er Debüt “What Have You Been Doing With Yer Time?” auf Hochglanz poliert. Dieser akustische Schnappschuss der dröhnenden Liveshows von LYLM traf auf die Bewunderung von Legionen von Fanboys und -girls, lokalen Radiosendern und den durchweg irgendwann mal reichen, jetzt armen Leuten diese verarmten Landes, die den Gitarren-basierten Rock und die gedankenreiche, folkige Selbstwahrnehmung mit der Raffgier von hungrigen Armenhaus-Bettlern aufsogen. “I’d Watch The Day Til It Died“ (2015) ist eine ausgeklügelte und nach wie vor mit Stücken von Putz aus den baufälligen Wänden von Core’s und Geof’s Aufnahmestudio an der Fundy Coast berieselte Platte. Sie demonstriert eine verrückte Erfindungsfähigkeit, mit Songs, die sich von instinktivem Rock bis hin zu einer Antipop-Selbstwahrnehmung erstrecken. Von „Greed“, einer oberflächlichen Anklage der verbündeten Oberherren von New Brunswick, über „Caught Between Us“, ein wütender Schrei des Herzens nach der geliebten Person, an die du nie wieder denken wolltest, bis hin zu dem unerwarteten Hardcore-Track „Bored and Alone“, welcher puren Skatepunk mit knusprigen, einstimmigen Vocals kombiniert: LYLM’s Songs sind wie vage Erinnerungen an die späte Nacht mit unendlicher Intensität. Wenn deine Lederjacke nicht warm genug ist, wenn Whisky nicht ausreicht, um deine Leidenschaft für die Bühne wieder zu erwecken, wenn deine Gedanken in deinem Kopf kreisen, wenn du deine Freunde nicht finden kannst, wissen wir, dass eine Schaumabdichtung in der Realität nicht das kalte, kalte Loch in deiner Seele isoliert. Komm und pumpe Wärme in deine Knochen, mit der Ölraffinerie-Leuchtfackel von LYLM. (Quelle: Feierwerk)

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